Werkstudent: Abgrenzung zum Ferienjob, Privilegien, Arbeitszeiten

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Viele Studenten arbeiten aus verschiedenen Gründen neben dem Studium. Einige müssen ihren Lebensunterhalt bestreiten, andere wollen einfach etwas dazuverdienen oder sich mit dem Job während des Studiums den Berufseinstieg sichern. Werkstudenten genießen einige Privilegien gegenüber anderen Angestellten, vor allem bei der Sozialversicherung gibt es entscheidende Vorteile.

Das ist wichtig für Studenten, die nicht einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen, für die ohnehin andere Regeln gelten. Hier soll erklärt werden, was die Bedingungen für die Privilegien als Werkstudent sind, wie die Arbeitszeiten gestaltet werden dürfen und was der Unterschied zu einem Ferienjob ist.

Was ist ein Werkstudent?

Als Werkstudent gilt, wer dauerhaft angestellt ist und nicht geringfügigen Beschäftigung (also einem Minijob oder 450 Euro Job) nachgeht und an einer Hochschule oder Fachhochschule immatrikuliert ist. Außerdem darf sich der Student für die Zeit der Beschäftigung nicht in einem Urlaubssemester befinden. Für Studenten kann es sehr verschiedene Gründe geben, als Werkstudent zu arbeiten. Manche müssen für ihr Studium Geld verdienen, andere wollen ihren Karriereweg planen.

Als Werkstudent gilt allerdings nicht jeder Student, der neben dem Studium arbeitet. Neben den erwähnten Minijobs fallen auch Arbeitsverhältnisse, die auf maximal 50 Arbeitstage befristet sind unter die Regelung zur Versicherungsfreiheit. Als Werkstudent wird nur bezeichnet, wer über diese Grenzen hinaus arbeitet und die gesetzlichen Grenzen einhält, die für die Ausnahme von der regulären Sozialversicherungspflicht gelten.

Wichtigste Regel: Nicht mehr als 20 Stunden pro Woche

Die bekannteste und auch wichtigste Beschränkung für den Zugang zu Privilegien als Werkstudent ist die sogenannte 20-Stunden Regel. Die Rechtsprechung geht davon aus, dass nur bei einer beruflichen Tätigkeit von maximal 20 Stunden in der Woche während der Vorlesungszeit gewährleistet ist, dass das Studium im Vordergrund steht. Diese Einschätzung ist wichtig für die Sonderrolle in den Sozialversicherungen. Entsteht der Eindruck, dass das Studium nicht die Hauptbeschäftigung ist, würde der Student als regulärer Arbeitnehmer eingestuft.

Von dieser 20-Stunden Regel darf nur während der vorlesungsfreien Zeit abgewichen werden. Hiervon sind allerdings weiterhin geringfügige und kurzfristige Beschäftigungsverhältnisse ausgenommen. Für die Semesterferien gelten andere Regeln. Wenn der Zeitraum von 50 Arbeitstagen nicht überschritten wird, darf in dieser Zeit auch länger gearbeitet werden.

Abgrenzung zum Ferienjob

Als Werkstudent gilt nur, wer einem längerfristigen, nicht geringfügigen Beschäftigungsverhältnis nachgeht. Wer nur während der Semesterferien arbeitet, erfüllt diese Kriterien nicht. In diesem Fall greifen die Regeln für kurzfristige Beschäftigung, die ohnehin eine Befreiung von der Sozialversicherung vorgesehen. Die Grenzen dafür sind Arbeitsverhältnisse über maximal 2 Monate oder höchstens 50 Arbeitstage im Kalenderjahr. Wer diese Fristen überschreitet wird aus Sicht der Sozialversicherungen wie ein regulärer Beschäftigter behandelt und muss entsprechende Abgaben bezahlen.

Privilegien für Werkstudenten

Grundsätzlich gilt: Wer an einer Hochschule oder Fachhochschule eingeschrieben ist, muss eine Krankenversicherung haben. Wer als Werkstudent eingestuft wird, ist weiterhin als Student krankenversichert und muss die Beiträge dafür bezahlen. Damit entfällt der Gehaltsabhängige Beitrag zur Krankenversicherung, der bei regulär Angestellten teils vom Arbeitnehmer, teils vom Arbeitgeber abhängig vom Bruttolohn bezahlt wird. Damit entfällt dieser meist höhere Beitrag zur Krankenversicherung.

Vollständig sind Werkstudenten von der gesetzlichen Pflege- und Arbeitslosenversicherung befreit. Lediglich die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung müssen bezahlt werden. Mit diesen Regelungen profitieren sowohl Studenten als auch Unternehmen von Vergünstigungen bei der Beschäftigung. Damit man man diese Vorteile allerdings wirklich genießen kann, müssen die oben genannten Beschränkungen eingehalten werden. Darauf sollten Studenten und Arbeitgeber gleichermaßen achten.

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