SEPA – Informationen und Hintergründe

In der Vergangenheit hatte jedes Land eigene Lösungen für die Abwicklung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. Für grenzüberschreitende Transaktionen gab es zusätzliche Systeme, wie zum Beispiel SWIFT.

Aufgrund des Nebeneinanders vieler verschiedener Verfahren dauerten Auslandsüberweisungen oftmals sehr lange und waren für den Kunden häufig selbst dann noch sehr teuer, wenn Gelder innerhalb der Euro-Zone bewegt wurden. Aus Sicht der Europäischen Kommission war dies ein Hemmnis für den Binnenmarkt, weshalb die Realisierung eines einheitlichen Zahlungsraums beschlossen wurde.

Genau das bedeutet die Abkürzung SEPA („Single Euro Payments Area“) auch. SEPA sollte gewährleisten, dass der bargeldlose Zahlungsverkehr zwischen den Teilnehmerländern soweit standardisiert wird, dass sich eine Auslandsüberweisung weder bezüglich der Laufzeit noch bezüglich der Gebühren von einer Inlandsüberweisung unterscheidet. Das ist mittlerweile auch gelungen, wobei SEPA in mehreren Stufen eingeführt wurde.

Die einzelnen Stufen der SEPA-Einführung

SEPA-Überweisungen und SEPA-Kartenzahlungen wurden bereits Anfang 2008 eingeführt. Im November 2009 trat das SEPA-Lastschriftverfahren hinzu. Die Unternehmen, die Bezahlung per Lastschrift anbieten, hatten aber bis Anfang 2014 Zeit, auf das neue Verfahren umzustellen. Privatkunden konnten ihre Bankgeschäfte noch bis Februar 2016 nach der alten Methode abwickeln. Mittlerweile müssen aber auch sie das SEPA-Verfahren beachten.

Was hat sich durch SEPA geändert?

Für die Bankkunden besteht die wesentliche Änderung darin, dass der Zahlungsverkehr nicht mehr mit Hilfe der Kontonummer und der Bankleitzahl, sondern mittels IBAN und BIC abgewickelt wird. Die Umstellung fiel manchem nicht leicht, SEPA geht aber mit einer Reihe von Vorteilen einher, von denen auch Menschen ohne Geschäftsbeziehungen ins Ausland profitieren.

Früher konnte eine Überweisung selbst innerhalb Deutschlands mehrere Tage dauern. Heute werden die Beträge dem Empfänger dagegen bereits am nächsten Tag gutgeschrieben. Eine Überweisung in eines der Teilnehmerländer erreicht den Adressaten spätestens am übernächsten Banktag. Darüber hinaus fallen bei Überweisungen in Euro auch grenzüberschreitend keine Gebühren mehr an.

Was verbirgt sich hinter IBAN und BIC?

Die IBAN (International Bank Account Number) ersetzt im Rahmen des SEPA-Verfahrens die alte Kontonummer. Da die IBAN sehr lang ist, haben viele Mensch Schwierigkeiten sie sich zu merken. Dabei ist das ganz einfach, sobald man verstanden hat, wie die IBAN aufgebaut ist. Diese setzt sich aus der Länderkennung, gefolgt von einer Prüfziffer, der alten Bankleitzahl und der Kontonummer zusammen. Wer die letzten beiden Daten bisher im Kopf hatte, muss eigentlich nur mehr die Prüfziffer lernen. Das Länderkennzeichen DE ist für alle deutschen Banken gleich.

Beispiel:
bisherige Bankleitzahl: 100 50000
bisherige Kontonummer: 603 023 4539
neue IBAN:
Länderkennzeichen: DE / Prüfziffer: 20 / BLZ: 100 50000 / Konto: 6014 235 647
DE20100500006014235647

Es ist also ganz einfach, aus den alten Daten, die Sie einmal auswendig gelernt haben, die neue IBAN herzuleiten.

Die BIC (Bank Identifier Code), der die Funktion einer internationalen Bankleitzahl zukommt, ist nicht logisch aufgebaut. Diese Kennung müssen Sie wirklich auswendig lernen. Es gibt aber auch eine gute Nachricht. Bei Inlandsüberweisungen müssen Sie schon seit Februar 2014 nur mehr die IBAN angeben. Die BIC ist nicht mehr erforderlich.

Ihre IBAN finden Sie auf Ihrem Kontoauszug und in der Regel auch auf Ihrer Bankkarte. Wird Ihr Konto bei einer deutschen Bank geführt, beginnt Ihre IBAN immer mit dem Länderkürzel DE. Die BIC weisen nicht alle Banken auf den genannten Dokumenten aus. Sie können Sie aber ganz einfach im Internet recherchieren, geben Sie dazu einfach „BIC“ und den Namen der jeweiligen Bank in eine Suchmaschine Ihrer Wahl ein. Viele Banken führen die BIC auch im Impressum ihrer Homepage auf.

Wurde die Einzugsermächtigung wirklich abgeschafft?

Einzugsermächtigungen wurden durch die sogenannte SEPA-Basis-Lastschrift ersetzt. Für Privatkunden ändert sich im Prinzip nichts. Statt einer Einzugsermächtigung erteilen Sie künftig ein SEPA-Lastschriftmandat. Dies ist jetzt nicht mehr nur bundesweit, sondern im gesamten SEPA-Raum möglich. Wird Ihr Konto belastet, finden Sie im jeweiligen Buchungssatz auf Ihrem Kontoauszug immer die Gläubiger-Identifikationsnummer. Anhand dieser können Sie überprüfen, ob die Belastung durch einen Berechtigten erfolgt ist.

Das Bezahlen per Lastschrift ist für Sie als Kunden jetzt auch deshalb noch sicherer geworden, weil Sie eine SEPA-Lastschrift acht Wochen lang ohne Angabe von Gründen zurückgeben können. Im Online-Banking funktioniert das bei den meisten Banken ganz bequem per Knopfdruck. Sie können bei einer Bestellung im Internet jetzt also auch einem unbekannten Händler vertrauen.

Wird ein zu hoher Betrag von Ihrem Konto abgebucht oder gibt es Probleme bei der Lieferung der Ware, haben Sie acht Wochen Zeit, die Lastschrift wieder zurückzugeben. Der Betrag wird Ihrem Konto dann sofort wieder gutgeschrieben. Eine Bezahlung per SEPA-Lastschrift ist für Sie bei Onlinegeschäften deshalb bequemer und sicherer als eine Bezahlung per Kreditkarte.

Weiterführende Informationen:

Informationen zu bestimmten Geldinstituten: