Insolvenz beim Arbeitgeber – Das sollten Arbeitnehmer nun wissen!

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Die ersten Anzeichen der drohenden Insolvenz des Arbeitgebers, erkennt man oft an Zahlungsrückständen im Bereich Lohn und Gehalt. Als Arbeitnehmer erkennen Sie die Misere auch oft an mangelnden Aufträgen und Veränderungen im Betriebsalltag.

Lohnausfall? – Sie müssen aktiv werden!

Bei einer drohenden Insolvenz Ihres Arbeitgebers ist es besonders wichtig, dass Sie Ihre Lohnabrechnungen überprüfen. Achten Sie dabei auch die einzelnen Posten. Sollten Sie Beanstandungen haben, so teilen Sie dies unverzüglich Ihrem Arbeitgeber mit. Halten Sie sich dabei an gesetzliche Fristen und Ihren Details im Arbeitsvertrag. Sollten Sie keinen oder nur teilweise Lohnzahlungen erhalten haben, so müssen Sie auch hier sofort Ihren Arbeitgeber schriftlich darauf hinweisen.

Empfehlenswert ist für Sie als Arbeitnehmer ein Nachweis für das Übersenden der entsprechenden Schreiben, beispielsweise sollten Sie ein Einschreiben mit Rückschein verwenden. Nutzen Sie auch die Möglichkeit sich anwaltlich beraten zu lassen. Dies ist besonders wichtig, gerade wenn Ihr Arbeitgeber Ihnen Verzichtserklärungen oder Stundungen vorschlägt. Diese sollten Sie auf keinen Fall ohne anwaltliche Beratung annehmen, da diese Vorschläge nur dem Unternehmen zu Gute kommen.

Gehaltszahlungen richtig fordern

Sollten Sie noch Gehaltsansprüche an Ihren Arbeitgeber haben, welche vor der Insolvenz entstanden sind, so müssen Sie diese Ansprüche dem entsprechenden Insolvenzverwalter anmelden. Dazu ist es notwendig, dass Sie sich bei diesem über entsprechende Anmeldefristen informieren. Bei der Geltendmachung der Forderung kann Ihnen auch ein Anwalt behilflich sein. Sollten Sie noch angestellt sein, so erhalten Sie während der Insolvenz Ihr Gehalt vom zugeteilten Insolvenzverwalter.

Nehmen Sie das Insolvenzgeld in Anspruch

Lohnrückstände können bei einer Insolvenz des Arbeitgebers, durch die Agentur für Arbeit ausgeglichen werden. Hierfür benötigen Sie den dazugehörigen Antrag, welchen Sie auf der Agentur für Arbeit erhalten, die Bescheinigung der Insolvenz des Arbeitgebers, sowie die letzten drei Lohnbescheinigungen. Beachten Sie hier jedoch, dass Sie nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens des Arbeitgebers nur zwei Monate Zeit haben, einen Antrag auf Insolvenzgeld zu stellen.

Die Höhe des Insolvenzgeldes richtet sich nach Ihrem letzten Nettolohn und kann bis zu drei Monate vor der Eröffnung der Insolvenz gezahlt werden. Dabei müssen Sie nicht auf Sonderzahlungen verzichten. Bei Verzug der Gehaltszahlungen durch den Arbeitgeber haben Sie außerdem die Möglichkeit sich einen Vorschuss auszahlen zu lassen, damit Sie in kein finanzielles Dilemma geraten.

Angst um den Arbeitsplatz?

Viele Arbeitgeber können trotz Insolvenz Ihre Arbeitnehmer weiterhin beschäftigen. Lediglich werden alle geschäftlichen Bereiche nun von einem Insolvenzverwalter betreut. Bei mangelnden Aufträgen und betrieblichen Bedingungen, kommt es doch auch vor, dass eine Kündigung ausgesprochen werden muss. Jedoch müssen auch hier gesetzliche Fristen eingehalten werden.

Ihre Aufgaben als Arbeitnehmer!

Vereinbaren Sie unverzüglich einen Termin bei der Agentur für Arbeit, damit Sie sich ausreichend über Lohnzahlungen informieren können. Bei einer Kündigung bestehen Sie auf ein Arbeitszeugnis und Ihre persönlichen Unterlagen. Ein Termin beim Anwalt ist vor allem bei Kündigungen und Erklärungen sehr wichtig, damit Sie Ihr Geld erhalten, welches Ihnen zusteht. Bewahren Sie alle Unterlagen auf, um Ihre Forderungen geltend zu machen.

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