Hinzuverdienst zur Rente – Diese Grenzen sollten Sie kennen

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Wenn Sie bald Rentner werden oder es schon sind, sollten Sie Grenzen kennen, die für den Hinzuverdienst zur Rente gelten. Der Gesetzgeber differenziert bei der Hinzuverdienstgrenze zwischen Altersrenten und Erwerbsminderungsrenten.

Der Hinzuverdienst, ist bei angestellten Personen das monatliche Bruttogehalt. Bei selbstständig arbeitenden Rentnern, wird der monatliche steuerrechtliche Gewinn als Bemessungsgrundlage herangezogen.

Altersrente

Viele ältere Menschen fühlen sich, nachdem Sie von der Arbeitswelt in ihre wohlverdiente Rentenzeit gewechselt sind, nicht ausgelastet. Sie wollen, weil sie sich körperlich und geistig noch fit genug fühlen, deshalb noch mit deutlich reduzierten Stunden während ihrer Rente weiterarbeiten. Rentner die einer Altersrente in voller Höhe erhalten, dürfen im gesamten Jahr nicht mehr als 6.300 Euro hinzuverdienen. Sollte dieser Betrag überschritten werden, werden alle Verdienste über 6.300 Euro zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet und es wird nur noch eine Teilrente ausgezahlt.

Rechenbeispiel:

Herr Müller erhält eine vorgezogene Altersrente in Höhe von 1.300 Euro monatlich. Sein Zusatzverdienst aus einer Beschäftigung in Teilzeit beträgt pro Monat 700 Euro, also aufs Jahr addiert 8.400 Euro. Er überschreitet damit die Hinzuverdienstgrenze um 2.100 Euro (8.400 Euro – 6.300 Euro). Ein Zwölftel des Hinzuverdienstes der über Grenze (175 Euro) liegt, wird zu 40 Prozent (70 Euro) auf die Rente angerechnet. Herr Müller bekommt also, statt den vollen 1.300 Euro nur noch 1230 Euro Rente ausgezahlt.

Außerdem gibt es noch den sogenannten Hinzuverdienstdeckel, der die absolute Obergrenze bis zu der noch Rente ausgezahlt wird, darstellt. Er wird aus der geminderten Rente und dem Hinzuverdienst errechnet. Liegt dieser Gesamtbetrag über dem höchsten Einkommen der letzten 15 Jahre, so wird der darüber liegende Beitrag ohne prozentuale Minderung voll auf die Teilrente angerechnet.

Beim Erreichen der Regelaltersgrenze gelten sowohl die Hinzuverdienstgrenze als auch der Hinzuverdienstdeckel nicht mehr. Ein Hinzuverdienst, egal in welcher Höhe, hat deshalb keinen Einfluss mehr auf die Höhe der Rente. Die Regelaltersgrenze liegt aktuell bei Personen die 1964 oder später geboren sind bei 67 Jahren. Personen die früher geboren sind, erreichen die Regelaltersgrenze bereits mit 65 Jahren und sechs Monaten.

Erwerbsminderungsrenten

Der Hinzuverdienst wird auch bei Erwerbsminderungsrenten stufenlos angerechnet. Es wird jedoch zwischen Renten wegen voller Erwerbsminderung und Renten wegen teilweiser Erwerbsminderung unterschieden. Die unterschiedliche Berechnung zwischen alten und neuen Bundesländern, gibt es seit dem 1.Juli.2017 jedoch nicht mehr.

Rente wegen voller Erwerbsminderung

Bezieher von Renten wegen voller Erwerbsminderung werden identisch zu Rentenbezieher mit vorgezogener Altersrente behandelt. Es gibt also ebenfalls die Hinzuverdienstgrenze von 6.300 Euro pro Jahre, die bei Überschreitung zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet wird.

Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung

Die Hinzuverdienstgrenze der Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung, wird individuell am höchsten Einkommen der letzten 15 Jahre, des Rentenempfängers berechnet. Der erlaubte Mindesthinzuverdienst liegt, unabhängig vom bisherigen Einkommen, pro Jahre bei 14.458,50 Euro.

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