Crowdinvesting – Eine Finanzalternative?

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Crowdinvesting ist eine immer öfter genutzt Finanzierungsform, bei der eine große Menge Personen sich mit meist sehr kleinen Geldbeträgen beteiligt. Vor allem über das Internet und die sozialen Medien lässt sich sehr einfach eine große Zahl Menschen ansprechen, die man als Investoren nutzen kann.

Da die Investoren nicht viel Geld benötigen, um einen effektiven Beitrag zu leisten, ist diese Methode der Finanzierung sehr attraktiv für viele Menschen. Auch die Aussicht auf hohe Rendite oder einfach das Wissen, jemanden damit sehr zu helfen, machen Crowdinvesting durchaus ansprechend.

Ideal für kleine und neue Unternehmen

Ganz speziell für neue Unternehmen eignet sich Crowdinvesting ideal, da diese meist kaum Zugang zu anderen Finanzierungsmöglichkeiten haben. Weder Banken noch Privatpersonen investieren bereitwillig eine Menge Geld in ein Unternehmen, das gerade erst gegründet wurde. Dafür muss erst ein gewisser Erfolg zu sehen sein. Zu einer kleinen Investition sind die meisten Menschen aber gerne bereit, da sie so nicht viel verlieren können – die Masse macht es aus.

Der Marketing-Effekt vom Crowdinvesting

Crowdinvesting ist auch deshalb speziell für Startups attraktiv, weil es einen werbenden Nebeneffekt hat. Viele Menschen sehen das Unternehmen und was es anzubieten hat, das kann die Einnahmequellen steigern und gibt auch gleich etwas Übung in Sachen Marketing. Auch größere Firmen können das zu ihrem Vorteil nutzen und ihren Kundenstamm weiter ausbauen. Das gilt vor allem für den B2C-Markt.

Außerdem kann das beim Crowdinvesting gewonnene Feedback in die Entwicklung des eigenen Produkts bzw. der Dienstleistung einfließen. Durch die große Anzahl an Beteiligten lässt sich meist deutlich erkennen, woran noch gearbeitet werden sollte und was bereits gut ist.

Worauf geachtet werden muss

Benötigt das Unternehmen das neue Kapital möglichst schnell, ist Crowdinvesting oft nutzlos. Das durch Crowdinvesting gewonnen Kapital wächst zwar ständig, dafür aber relativ langsam. So lässt sich auch schwer sagen, wie hoch die Einnahmen letztendlich tatsächlich sein werden.

Potentielle Einnahmen sind zudem eher beschränkt. Irgendwann ist der Tag erreicht, an dem alle Menschen, die sich in irgendeiner Weise für das Unternehmen interessieren, bereits Anleger. Dann kann kein weiteres Kapital mehr durch die Kampagne gewonnen werden oder zumindest nur mehr wirklich sehr langsam.

Wenig individueller Freiraum

Für die meisten Crowdinvesting-Plattformen gibt es standardisierte Verträge, die nicht verändert werden können. Ob diese für den individuellen Einzelfall wirklich passend sind, ist fraglich und sollte immer geprüft werden. Oft entspricht der jeweilige Vertrag so gar nicht dem, was man sich eigentlich vorgestellt hatte.

Fehlende Planung

Oft wird aus Not und in der Aussicht einfach Geld zu machen darauf vergessen, dass die meisten Beteiligungsmodelle mit sehr langen Verpflichtungen gegenüber den Investoren verbunden sind. Das betrifft nicht nur finanzielle Verpflichtungen, sondern ebenso Informations- und Veröffentlichungspflichten. Den Anliegern können unter Umständen außerdem Mitwirkungsrechte oder dergleichen zustehen.

Verträge sollten daher vorher gründlich durchgelesen und die Crowdinvesting-Kampagne nicht einfach auf gut Glück gestartet werden, es erfordert eben alles Planung. Zudem sollte bedacht werden, dass – sollte das Projekt scheitern – der eigene Name und der des Unternehmens mit schlechtem Ruf behaftet sind. Das vermindert Einnahmemöglichkeiten in der Zukunft.

Fazit

Ganz besonders kleinen und neuen Unternehmen bietet Crowdinvesting einen hilfreichen Nutzen. Für größere Firmen ist es eher ein kleiner Nebenverdienst für anstehende Projekte, hat aber dennoch seine Vorteile. Es gilt jedoch immer: Planung ist entscheidend, denn Crowdinvesting kann durch bestimmte Verträge auch leicht nach hinten losgehen.

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