Bausparvertrag – Die besondere Art des Sparens!

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Bausparvertrag
Bausparvertrag

Ein Bausparvertrag ist eine besondere Art des Sparens. Einen solchen Sparvertrag schließt der Sparer mit einer Bausparkasse ab, um neben einer guten Verzinsung auch in späteren Jahren einmal das Geld zur Verfügung hat, um sich später eine Immobilie oder eine Eigentumswohnung anzuschaffen. Bei Abschluss eines Bausparvertrages erhält der Versicherungsnehmer eine Urkunde, in welcher die Summe eingetragen ist, die später dem Sparer zur Verfügung zu stehen. In dieser Urkunde ist auch festgelegt, wie hoch der Zinssatz und auch die Höhe der Abschlussgebühren sind. Diese betragen in der Regel 1,5 % der abgeschlossenen Versicherungssumme. Daher hat der Versicherungsnehmer im ersten Jahr der Laufzeit noch nicht viel angespart. Ebenso in dieser Bausparurkunde ist auch der Tilgungssatz festgelegt, mit welchem der Bausparer seinen späteren Bausparkredit auch wieder zurückzahlt. Passiert dies alles in einer für den Bausparer sehr günstigen Niedrigzinsphase, so wird seine spätere Immobilie recht günstig gegenüber den anderen Bausparern.

Das Thema Bausparen war bereits seit den 1950er Jahren relevant, als Deutschland tief im Wiederaufbau steckte. Auch heute noch werden sehr viele Bausparverträge abgeschlossen. War es in früheren Jahren so, dass die Eltern ihre Kinder anhielten, um einen Bausparvertrag abzuschließen, um in späteren Jahren ein eigenes Haus zu bauen oder zu kaufen. Anfangs der 1960er Jahre kam dann das Prämiensparen hinzu, damals hieß es noch 612-DM-Gesetz. Hier konnten die jungen Leute für 6 Jahre einen gewissen Betrag X ansparen und zusätzlich am Ende eines Jahres die staatlichen Zuschüsse zu erhalten, den Vertrag dann ein Jahr ruhen lassen, um dann nach 7 Jahren die gesamte Summe X mit einer sehr guten Verzinsung ausbezahlt zu bekommen.

Diese Art des Sparens wurde rasch in die Bausparverträge integriert, damit man die staatlichen Zuschüsse in den Bausparvertrag einfließen ließ, damit dieser dann etwas schneller zuteilungsreif wurde. Zuteilungsreif bedeutet, dass das angesparte Geld ausreichend für die Finanzierung ist. Für den angesparten Betrag bekommt der Bausparer den gleichen Betrag zu sehr günstigen Konditionen als Darlehen. Im Normalfall reicht ein einzelner Bausparvertrag für die Finanzierung einer eigenen Immobilie bzw. Eigentumswohnung nicht aus. Doch seit es die Möglichkeit gibt, die staatlichen Zuschüsse mit in den Vertrag einfließen zu lassen, kann die Finanzierung als Grundlage dennoch reichen. Es kommt aber hierbei auf die Höhe des Bausparvertrages an. Dementsprechend hoch sind auch die monatlichen Raten, welche der Versicherungsnehmer einzahlen muss.

Möchten Eltern ihren Kindern etwas Gutes tun, so schließen sie frühzeitig einen Bausparvertrag ab. Wenn die Kinder dann in die Ausbildung gehen, schließen sie noch einen Sparvertrag für das mittlerweile aufgestockte 936,- Euro-Gesetz ab, um weitere staatliche Zuschüsse zu bekommen. Nach Ablauf der Ansparzeit und der Ruhephase lässt der Sparer dann die Summe aus diesem Vertrag ebenfalls in den Bausparvertrag einfließen. Hat der Sparer auch noch die Möglichkeit, einen weiteren Sparvertrag abzuschließen und noch einmal 7 Jahre zu warten, ist die Baufinanzierung schon fast komplett.

Der Sparer hat dann so viel Geld angespart, um eine günstige Finanzierung für sein neues Heim zu gestalten. Nun kann er bereits anfangen zu bauen. Während der Bauphase lässt er noch einen weiteren Sparvertrag nach dem 936,- Euro-Gesetz laufen, um weiterhin die staatlichen Zuschüsse zu bekommen. Noch während der Bauphase beginnt bereits die Phase der Tilgung. In der Regel beträgt die Tilgung für ein Baudarlehen 1 %. Ist die Bauphase abgeschlossen, kann der Bauherr in seine neue Immobilie einziehen. In den nächsten Jahren zahlt er weiterhin seinen Kredit für sein Haus ab und spart aber weiter, um die staatlichen Zuschüsse weiter zu erhalten. Nach spätestens 20 Jahren hat der Sparer seine Immobilie fertig bezahlt und kann sich nun in Ruhe mit seiner späteren Riester-Rente oder einer anderer Rentensparform zu kümmern.

Dies kann aber alles nur geschehen mit dem Hintergrund, dass der Bausparer nach seiner Ausbildung auch ständig einen guten Arbeitsplatz zu bekommen und zu behalten!
Wenn der Bausparer einen Bausparvertrag abschließt mit den Gebühren und Zinssätzen, werden seine monatlichen Einzahlungen von der Bausparkasse dafür benutzt, um andere zuteilungsreife Bausparverträge auszuzahlen. Daher ist für den Sparer im Voraus noch nicht einzusehen, wie hoch die Summe der Zuteilung sein wird. Darüber dürfen auch die Bausparkassen keine Aussagen machen.

Die Abwicklung eines klassischen Bausparvertrages besteht aus drei ineinander greifenden Phasen:

1. Sparphase
In dieser Phase wird für einen vorher leider nicht bestimmbaren Zeitraum Monat für Monat eine Summe X angespart. Ein Bausparvertrag sollte mit mindestens zwischen 3 % und 10 % der vereinbarten Bausparsumme ansparen. Der Bausparer kann seine monatlichen Einzahlungen variieren. Er kann auch jederzeit seine monatlichen Raten erhöhen. Hierdurch verschiebt sich der Zeitpunkt der Zuteilung etwas nach vorn. Aus diesem Grund kann der Zeitpunkt der Zuteilung nicht vorher genau festgelegt werden. Den Betrag, den der Bausparer Monat für Monat anspart, ist auch vererbbar. Sollte der Sparer aus irgendwelchen Gründen versterben, so kann der gesamte Bausparvertrag auf einen Angehörigen vererbt werden. Sollte der Bausparer aus verschiedenen Gründen einmal in Hartz IV abrutschen, so kann das Jobcenter von ihm nicht verlangen, dass er den Bausparvertrag auflöst. Dies ist auch im Zwölften Sozialgesetzbuch verankert.

2. Zuteilungsphase
Der Begriff Zuteilung bezeichnet den Zeitpunkt, an dem der Bausparer über das in der Sparphase angesparte Geld verfügen kann. Ab diesem Zeitpunkt kann der Bausparer über sein angespartes Geld plus Zinsen plus zinsgünstigem Darlehen verfügen und sich dieses Geld komplett auszahlen lassen. Die Voraussetzungen für die Zuteilung eines Bausparvertrages sind einmal das Mindestguthaben plus den sehr hohen Zinsen, dann die Mindestvertragsdauer, welche den Zeitraum zwischen dem Abschluss des Bausparvertrages und dem frühesten Zeitpunkt der Zuteilung liegt. Des Weiteren sind in der Voraussetzung eine Mindestbewertungszahl angegeben, welche für die Zuteilung mindestens erreicht sein muss, sowie die Mindestsparzeit. Diese beschreibt die Zeit zwischen dem Abschluss des Vertrages sowie dem frühesten Zeitpunkt der Zuteilung. Der Umfang dieser Sparzeit kann je nach Tarif zwischen 12 und 60 Monaten liegen.

3. Darlehensphase
In dieser Phase wird der fehlende Betrag bis zur Vertragssumme als zinsgünstiges Baudarlehen gewährt. Dieses zinsgünstige Darlehen richtet sich aber nicht nach dem zum Zeitpunkt der Zuteilung liegenden Zinssatz.
War es in früheren Jahren so, dass die Summe nur genommen werden darf, wenn der Sparer auch baut bzw. eine Immobilie oder eine Eigentumswohnung kauft, so kann dieses Geld auch genommen werden für den Kauf neuer Möbel oder eines Kredites, welcher wohnungsbezogen ist.

Ein Bausparvertrag ist auch heute noch eine gute Möglichkeit des Sparens!

 

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